Die volle Ladung: 15 Fragen an..da emobil
Die Elektromobilität in Österreich und den Nachbarländern wächst rasant - und mittendrin gestaltet ein Vorreiter diesen Wandel aktiv mit: da emobil. Was 2017 als visionäres Tiroler Start-up begann, hat sich zu einem der führenden Charge Point Operator (CPO) und Partner für ganzheitliche E-Mobilitätslösungen entwickelt. Mit einem starken Netzwerk von rund 4.500 Ladepunkten in Österreich, Deutschland und Italien treibt das Unternehmen die Mobilitätswende voran.
Im exklusiven Interview sprechen wir über den strategischen Ausbau der Ladeinfrastruktur, wegweisende Trends wie das Laden von E-Lkw in der Logistik und warum starke Partnerschaften der Schlüssel für ein grenzenloses, einfaches Ladeerlebnis sind.
Erzählen Sie uns ein wenig über die Hintergründe – wie hat da emobil angefangen?
Die Geschichte von da emobil beginnt 2017 in Innsbruck. Damals erkannten die Tiroler Unternehmen Fiegl + Spielberger und GUTMANN das Potenzial der Elektromobilität und beschlossen, ihre Kompetenzen zu bündeln. Aus dieser Vision entstand da emobil – mit dem Ziel, die Mobilität von morgen schon heute einfacher, smarter und nachhaltiger zu gestalten. Was als ambitioniertes Tiroler Start-up im Bereich Ladeinfrastruktur begann, ist heute ein führender österreichischer Partner für ganzheitliche Elektromobilitätslösungen. 2025 besiegelte die Mehrheitsbeteiligung der Energie AG Oberösterreich an der da emobil GmbH eine starke Partnerschaft im Bereich der Elektromobilität.
Für Leserinnen und Leser, die da emobil noch nicht kennen: Wie würden Sie die Rolle des Unternehmens im europäischen E-Mobilitäts-Ökosystem beschreiben?
Wenn man die Rolle von da emobil in einem Satz beschreiben möchte: Wir machen die Mobilität der Zukunft heute erlebbar.
Als kompetenter Partner für individuelle Ladelösungen begleiten wir Unternehmen und Organisationen dabei, den Wandel zur Elektromobilität erfolgreich umzusetzen. Dabei verbinden wir innovative Technologien mit echter Praxistauglichkeit und sorgen dafür, dass nachhaltige Mobilität täglich funktioniert.
Wo befand sich der erste Standort von da emobil? Wie viele Ladestationen in wie vielen Ländern betreibt das Unternehmen heute?
Die Geschichte von da emobil begann in Tirol. Einer der ersten Meilensteine war die Errichtung der ersten Ladestation an der GUTMANN-Tankstelle in Hall in Tirol im Jahr 2018. Damit wurde der Grundstein für den Ausbau eines flächendeckenden Ladenetzes gelegt.
Heute betreibt da emobil rund 4500 Ladepunkte und ist in Österreich, Deutschland und Italien aktiv. Damit unterstützen wir Unternehmen, Gemeinden, Tourismusbetriebe und E-Autofahrer:innen dabei, Elektromobilität einfach und zuverlässig zu nutzen.
Was hat für da emobil beim Bau einer neuen Ladestation oberste Priorität?
Wir analysieren jeden Standort individuell und entwickeln Lösungen, die auch mit den Anforderungen der kommenden Jahre mitwachsen können. Dabei achten wir besonders auf eine einfache rechtskonforme Nutzererfahrung, eine leistungsfähige Infrastruktur mit Option auf weiteren Ausbau und die optimale Integration in die bestehende Energieversorgung.
Gibt es bestimmte Regionen oder Standorttypen, die für Sie von besonderer Bedeutung sind?
Grundsätzlich sehen wir überall dort großes Potenzial, wo Menschen regelmäßig Zeit verbringen oder unterwegs sind. Besonders interessant sind daher Standorte entlang wichtiger Verkehrsachsen, im Tourismus, bei Unternehmen und im Transportwesen sowie in Handel und Gewerbe.
Wir bauen Ladeinfrastruktur dort, wo sie gebraucht wird, von urbanen Zentren über Tourismusregionen bis hin zu Logistikstandorten. Unser Ziel ist es, Elektromobilität genau dort verfügbar zu machen, wo Menschen leben, arbeiten und reisen.
Welche politischen Änderungen würden Sie sich wünschen, um den Ausbau von Ultra-Schnellladeinfrastruktur zu beschleunigen?
Der wichtigste Hebel ist aus unserer Sicht Planungssicherheit. Unternehmen müssen langfristig investieren können und verlässliche Rahmenbedingungen vorfinden. Gleichzeitig sollten die Netzkosten so gestaltet sein, dass der Ausbau von Ultra-Schnellladeinfrastruktur wirtschaftlich sinnvoll bleibt. Das würde die Mobilitätswende deutlich beschleunigen.
Welchen Kunden-Mix erwarten Sie in Zukunft an Ihren Lade-Hubs?
Wir erwarten einen sehr vielfältigen Nutzer:innen-Mix. Neben privaten E-Autofahrer:innen werden vor allem Firmenflotten, Reisende und Logistikunternehmen eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig wächst die Nachfrage aus dem Tourismus sowie der Wirtschaft stetig.
Unser Ziel ist es, Ladehubs zu schaffen, die für unterschiedlichste Anforderungen funktionieren – einfach, zuverlässig und für alle zugänglich. Denn Elektromobilität wird künftig kein Nischenthema mehr sein, sondern ein selbstverständlicher Teil des Alltags.
da emobil legt einen starken Fokus auf die Logistik. Wie unterscheidet sich die Ladeinfrastruktur für E-Lkw vom Laden von Pkw?
E-Lkw benötigen wesentlich mehr Energie in kürzerer Zeit, weshalb leistungsstarke Ladeinfrastruktur und eine sorgfältige Planung der Netzanschlüsse entscheidend sind. Gleichzeitig spielt die Integration in betriebliche Abläufe eine viel größere Rolle. Ladezeiten müssen optimal mit Fahr-, Ruhe- und Standzeiten abgestimmt werden, damit Fahrzeuge möglichst effizient eingesetzt werden können.
Kurz gesagt: Während bei Pkw oft Komfort und Verfügbarkeit im Vordergrund stehen, sind bei E-Lkw vor allem Leistung, Zuverlässigkeit und Integration in den Logistikbetrieb entscheidend.
Welche Ladetrends begeistern Sie mit Blick auf die nächsten fünf Jahre am meisten?
Mich begeistert besonders, wie einfach und nahtlos das Laden von E-Fahrzeugen wird. Technologien wie Plug & Charge, intelligentes Lastmanagement und die noch engere Vernetzung von Ladeinfrastruktur und Energiesystemen werden die Nutzererfahrung deutlich verbessern.
Gleichzeitig sehen wir spannende Entwicklungen im Bereich des Schnellladens und bei der Integration erneuerbarer Energien. Unser Ziel ist es, Laden künftig noch komfortabler, effizienter und nachhaltiger zu gestalten – sodass Elektromobilität für immer mehr Menschen zur selbstverständlichen Wahl wird.
Warum sind Partnerschaften wie die zwischen da emobil und Octopus Electroverse entscheidend für die öffentliche Ladeinfrastruktur?
Die Zukunft der Elektromobilität liegt in einem offenen und vernetzten Lade-Ökosystem. Partnerschaften wie jene zwischen da emobil und Octopus Electroverse machen das Laden für Fahrer:innen einfacher, weil sie mit einer App oder einem Vertrag auf immer mehr Ladepunkte zugreifen können.
Gleichzeitig profitieren auch die Ladeinfrastrukturbetreiber:innen: Durch die Vernetzung unterschiedlicher Netzwerke erreichen wir neue Nutzergruppen und erhöhen die Sichtbarkeit unserer Standorte. So entsteht eine echte Lade-Community, die Elektromobilität für alle komfortabler und attraktiver macht.
Kurz gesagt: Je besser die Netzwerke zusammenarbeiten, desto einfacher wird das Laden – und desto schneller gelingt die Mobilitätswende.
Über Sie...
Operations Specialist E-Mobility, Kilian Fiegl
Was ist Ihr Traum-Elektrofahrzeug?
Für mich steht weniger ein bestimmtes Modell im Vordergrund, sondern die Idee dahinter.
Was war die längste Strecke, die Sie je in einem E-Auto zurückgelegt haben – und wie viele Kilometer waren das insgesamt?
Tatsächlich war meine längste Fahrt mit einem Elektrofahrzeug die Strecke von Innsbruck nach München (ca. 170 km). Alles, was darüber hinausgeht, lege ich meist mit dem Zug zurück – nicht nur aus Nachhaltigkeitsgründen, sondern auch, weil der Zug auf vielen längeren Strecken einfach die bequemste Option ist.
Haben Sie einen E-Mobilitäts-Lifehack, den Sie mit der Community teilen möchten?
Ein Tipp, den viele erfahrene E-Autofahrer:innen bereits kennen: Laden Sie Ihr Fahrzeug dann, wenn es ohnehin steht – beispielsweise beim Arbeiten, Einkaufen oder während eines Termins. Wer das Laden in den Alltag integriert, merkt schnell, dass Elektromobilität entspannt und unkompliziert sein kann.
Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der zum ersten Mal eine Ladestation von da emobil nutzen möchte?
Einfach ausprobieren. Viele Menschen erwarten, dass das Laden eines E-Autos kompliziert ist – in Wirklichkeit ist es heute so einfach wie nie zuvor. Unsere Empfehlung ist, vorab die passende Lade-App/Ladekarte oder einfach eine Debit-/Kreditkarte bereitzuhalten und die erste Ladung entspannt anzugehen.
Und zum Schluss noch eine Frage zur E-Auto-Etikette: Was ist Ihrer Meinung nach die goldene Regel bei der Nutzung einer öffentlichen Ladestation?
Zuerst autorisieren, dann anstecken – das sorgt für einen reibungslosen Start des Ladevorgangs.
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