Die Revolution der Elektrofahrzeuge (auch kurz „EVs“ für „Electric Vehicles“) steht nicht mehr nur bevor – sie findet gerade statt. Ob rekordverdächtige Batterietechnik oder zeit- und standortunabhängiges Laden: Elektrofahrzeuge schreiben die Regeln des Straßenverkehrs neu. In diesem Blogbeitrag untersuchen wir, was mit Elektrofahrzeugen bereits geschafft wurde, welche Innovationen die Zukunft prägen werden und was dieser Wandel für Autofahrer*innen, Städte und die Umwelt bedeutet.
Legen wir los …
Die Umstellung auf Elektrofahrzeuge
Ohne Geschichte gibt es keine Zukunft, also betrachten wir kurz, wo wir heute stehen und wie wir dorthin gekommen sind.
Elektrofahrzeuge sind keine moderne Erfindung, es gibt sie bereits seit dem späten 19. Jahrhundert. Der erste Boom kam bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, als Elektrofahrzeuge in einigen Regionen zahlenmäßig sogar den Verbrennern überlegen waren. Mit dem Aufkommen von billigem Öl, größeren Reichweiten und der Massenproduktion dominierten jedoch bald Benzinautos und ließen das Elektroauto jahrzehntelang hinter sich.
Ab den 1990er Jahren lösten das wachsende Umweltbewusstsein und neue Gesetze eine Renaissance aus. Möglicherweise war es die Einführung des Tesla Roadster im Jahr 2006, die eine neue Ära der Elektrofahrzeuge einläutete.
Heute sind elektrisch angetriebene Fahrzeuge viel stärker etabliert. Große Hersteller, Start-ups und sogar der Motorsport beweisen, wie weit die Technologie fortgeschritten ist. Wir befassen uns mit spannenden neuen Entwicklungen in der Branche und überlegen, wie neue Technologien die Welt des Verkehrs verändern könnten.
Die Zukunft der Elektromobilität hängt stark von den Traktionsbatterien (auch „EV-Batterien“) ab. Im Bereich der elektrischen Fahrantriebe ist der Umstieg von flüssigkeitsgefüllten Lithium-Ionen-Batterien auf Festkörperbatterien derzeit die wichtigste Entwicklung. Nachdem Elektrofahrzeuge durch die heutigen Lithium-Ionen-Batterien schon alltagstauglich und beliebt geworden sind, verspricht die nächste Generation der Batterietechnologie noch erschwinglicher, effizienter und nachhaltiger zu werden.
Anders als aktuelle Lithium-Ionen-Batterien haben Festkörperbatterien keinen flüssigen, sondern einen festen Elektrolyten. Die potenziellen Vorteile sind enorm:
größere Reichweite für erheblich mehr Kilometer pro Ladung
kürzere Ladezeiten für Laden in Minutenschnelle
verbesserte Sicherheit für ein geringeres Risiko von Überhitzung oder Bränden
reduziertes Gewicht für insgesamt mehr Effizienz
Recycling von Batterien
Bei der Weiterentwicklung und Optimierung der Batterien geht es nicht nur um mehr Leistung auf der Straße. Dank der Fortschritte bei Recycling und Wiederverwendung dürften Traktionsbatterien im gesamten Energieökosystem bald eine größere Rolle spielen.
Wenn eine Batterie beispielsweise an Kapazität verliert, kann sie trotzdem als Energiespeicher in Privathaushalten oder zur Unterstützung des Stromnetzes wiederverwendet werden. Und genau das geschieht bereits: In einem kürzlich durchgeführten Projekt setzte Nissan 280 gebrauchte Traktionsbatterien für die Notstromversorgung der Amsterdam Arena ein.
Auch die Recyclingverfahren werden immer effektiver, sodass Materialien wie Lithium, Nickel und Kobalt aus gebrauchten Traktionsbatterien zurückgewonnen werden können, anstatt neu abgebaut werden zu müssen.
Die Forschung untersucht auch alternative chemische Systeme wie Natrium-Ionen- oder Lithium-Schwefel-Batterien, mit denen man die Abhängigkeit von seltenen oder teuren Materialien reduzieren und Elektrofahrzeuge langfristig billiger und umweltfreundlicher machen kann.
Kurz gesagt: Die Traktionsbatterie von morgen bringt uns nicht nur weiter und schneller voran – sie ist auch intelligenter, sicherer und umweltfreundlicher.
Wichtig für die Weiterentwicklung von Elektroautos ist auch die Optimierung des Ladevorgangs. Die gute Nachricht? Das Laden von Elektroautos wird bald schneller, intelligenter und erheblich bequemer sein.
Ausbau der Ladeinfrastruktur
Weißt du noch, wie schwierig es früher war, eine Ladestation zu finden? Diese Zeiten sind bald endgültig vorbei. Das Ladenetzwerk wächst rasant. An Autobahnen, auf Supermarktparkplätzen und sogar vor deinem Fitnessstudio werden immer mehr ultraschnelle Ladepunkte errichtet. Außerdem musst du dank Electroverse nicht mehr unzählige Apps herunterladen, um einen Ladepunkt zu finden und mit dem Laden zu beginnen. Alles ist an einem Ort verfügbar. Mit Electroverse hast du per Fingertipp Zugriff auf über eine Million Ladepunkte in Deutschland und Europa, die zu verschiedenen Ladenetzwerken gehören.
Das Ziel ist einfach: Das Laden soll so unkompliziert und alltäglich sein wie das Tanken, bloß ohne die stinkenden Dämpfe und anschließendes Händewaschen.
Plug & Charge
Vergiss Apps, Ladekarten, QR-Codes und andere physische Zahlungsmethode. Plug & Charge (P&C) sorgt dafür, dass dein Auto und der Ladepunkt miteinander kommunizieren. Du schließt den Stecker an, und die Ladesitzung startet automatisch. Es funktioniert beim Elektrofahrzeug im Grunde wie kontaktloses Bezahlen und sorgt für ein nahtloses, futuristisches Erlebnis. Schließ den Stecker einfach an und geh deiner Wege.
Alles, was du für den Start benötigst:
ein P&C-kompatibles Elektrofahrzeug
einen P&C-kompatiblen Ladepunkt
ein P&C-Zertifikat
Wenn dich interessiert, ob dein Fahrzeug kompatibel ist und wie du ein Plug & Charge-Zertifikat bekommst, lies unseren Blog: Was ist Plug & Charge?
Kabelloses Laden
Stell dir vor, du parkst dein Elektroauto ... und es lädt ganz von allein. Ohne Kabel, ohne Stecker, ohne Bezahlkarte! Kabelloses Laden funktioniert ähnlich wie die Ladematte beim Smartphone, bloß größer. Du parkst auf einem Lade-Pad oder fährst einfach drüber, und schon wird die Batterie geladen.
In Deutschland läuft bereits ein Projekt für das kabellose Laden. Auf einem Abschnitt der A6 in der Nähe der bayerischen Stadt Amberg arbeitet Electreon gemeinsam mit Forschungsinstituten, Industrieunternehmen, Ingenieurbüros und Beratungsfirmen am Projekt E|MPOWER. Geplant ist der Bau einer 1 km langen Ladestraße, auf der kabellose Lademöglichkeiten während der Fahrt für verschiedene Fahrzeugtypen getestet werden sollen. Für die Erprobung werden Ladeschleifen direkt in die Straßenoberfläche eingelassen. Das in zwei Phasen durchgeführte Projekt ist Europas erster Schritt, um „steckerloses“ Laden zu einer echten Option für den Elektroverkehr zu machen. Es ist noch früh, aber dieser Vorstoß könnte eine bahnbrechende Neuerung für Städte, Taxiflotten oder gar die Einfahrt vor deinem Haus sein.
Wenn du dich eingehend mit der Zukunft des Ladens von Elektrofahrzeugen befassen möchtest, lies unseren Blog: Die Zukunft der EV-Ladelösungen.
Was bewirken Elektrofahrzeuge?
Ökologisch
Bekanntermaßen ist die Umweltverträglichkeit von Elektrofahrzeugen (bzw. das Ausbleiben der Umweltbelastung) ein zentrales Argument für deren zunehmende Verbreitung. Anders als Benzin- oder Dieselfahrzeuge verursachen Elektrofahrzeuge keine Abgase, sodass die Luft in Städten und Gemeinden sauberer wird. Das ist ein großer Gewinn für die öffentliche Gesundheit – weniger Smog, weniger Schadstoffe und mehr Lebensqualität für alle Menschen, die in der Nähe stark befahrener Straßen leben.
Elektrofahrzeuge spielen zudem eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Klimawandels. Zwar entsteht bei der Herstellung der Batterien derzeit noch CO2. Doch Studien zeigen, dass Stromer über ihre gesamte Lebensdauer hinweg weitaus weniger Treibhausgasemissionen verursachen als Verbrenner. Und da das Stromnetz zunehmend auf erneuerbare Energiequellen wie Wind und Sonne umgestellt wird, werden Elektrofahrzeuge von Jahr zu Jahr sauberer und umweltfreundlicher.
Technisch
Stromer und selbstfahrende Technologie gehen Hand in Hand. Die meisten bekannten Prototypen für autonome Fahrzeuge sind elektrisch betrieben, und das aus gutem Grund: Fortschrittliche Sensorik, KI-Systeme und andere für das autonome Fahren nötige Technologien lassen sich einfacher in EVs integrieren. Ein rein elektrischer Antriebsstrang (z. B. bei batterieelektrischen Fahrzeugen) ermöglicht zudem ein intelligenteres Energiemanagement, sodass diese Autos effizienter fahren und ihre Routen effektiver planen können.
Wer weiß – vielleicht sehen wir in Zukunft vollelektrische Robo-Taxis durch die Städte fahren. Dann würde der Bedarf an privaten Pkw sinken und der öffentliche Nahverkehr sicherer und zugänglicher werden.
Konzept-Elektrofahrzeuge: ein Blick in die Zukunft
Wenn dir die heutigen Elektroautos schon fortschrittlich erscheinen, dann dürften dich Konzept-Elektrofahrzeuge richtig zum Staunen bringen. Ihre verrückten Ideen und bahnbrechenden Technologien, die das Auto der Zukunft prägen könnten, präsentieren die Autohersteller gern in Form von Prototypen. Hier ein paar verblüffende Beispiele:
Dieser elegante Prototyp setzt voll auf Effizienz. Mit cleverer Aerodynamik und über 960 Kilometern Reichweite pro Ladung demonstriert er eindrucksvoll, wie weit E-Autos es schaffen können. Im Innenraum findet sich ein schlankes digitales Armaturenbrett – Mercedes hält die Innenausstattung minimalistisch und federleicht, um die Wirkung der Aerodynamik noch weiter zu verbessern.
Die Abkürzung „DEE“ steht für „Digital Emotional Experience“, denn bei diesem Konzept dreht sich alles um die Interaktion mit den Insass*innen. Die Außenhaut der Karosserie kann dank „E-Ink“-Panels tatsächlich ihre Farbe ändern, und die Windschutzscheibe dient gleichzeitig als Augmented-Reality-Display. BMW verbindet das Fahren mit der digitalen Welt, um das Fahrerlebnis noch unterhaltsamer zu gestalten.
Ein futuristischer Roadster und Formwandler! Er kann seinen Radstand verlängern oder verkürzen – je nachdem, ob du sportliches Handling brauchst oder entspannt autonom fahren willst. Also quasi zwei Autos in einem.
Im wahrsten Sinne des Wortes eine Lounge auf Rädern. Mit ebenem Boden, drehbaren Sitzen und eingebautem Mini-Kühlschrank macht dieses Konzept das SUV zum fahrenden Wohnzimmer – vollständig elektrisch betrieben.
Ein futuristisches Dreirad-Solar-Elektrofahrzeug, das mit Sonnenkollektoren verkleidet ist. Für Kurzstrecken musst du es nicht an die Steckdose anschließen, denn die Sonne liefert die Energie zum Laden.
Diese Konzepte sind (vorerst) noch nicht serienreif, aber sie zeigen deutlich, in welche Richtung die Autohersteller sich bewegen: größere Reichweiten, smartere Technologien, flexibles Design und sogar Autos, die ihren eigenen Strom erzeugen.
Wie nah sind wir einer vollelektrischen Zukunft?
Es gibt viele positive Anzeichen dafür, dass Deutschland sich auf eine vollständig elektrische Zukunft zubewegt. Etwa hat sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, bis 2030 ganze 15 Millionen vollelektrische Stromer auf die Straße zu bringen. Der umfassendere Plan der EU, den Verkauf neuer Benzin- und Dieselautos bis 2035 zu verbieten, setzt dem Bund eine klare Frist.
Darüber hinaus wächst die Ladeinfrastruktur exponentiell: Mittlerweile gibt es in ganz Deutschland mehr als 200.000 öffentliche Ladepunkte, darunter eine wachsende Zahl von ultraschnellen Ladepunkten an den wichtigsten Autobahnen.
Doch wie so oft sind auch Herausforderungen zu bewältigen. Die Einstellung der staatlichen Subventionen im Jahr 2023 hat die Absatzzahlen bei den E-Autos gebremst. Ergo ist die Unterstützung der Politik nach wie vor entscheidend, um die Menschen zum Umstieg zu bewegen.
Wie nah ist Deutschland einer vollelektrischen Zukunft? Der Wandel ist bereits in vollem Gange. Angesichts der starken Investitionen in der Industrie, der EU-Vorschriften und der steigenden öffentlichen Nachfrage könnte die legendäre Autokultur Deutschlands in den 2030er Jahren größtenteils auf elektrisch umstellen.
Wie stellt sich die Zukunft der Elektrofahrzeuge dar?
Die Zukunft der Elektromobilität dreht sich um bessere Batterien, intelligentere Ladelösungen und nachhaltigeres Design. Innovationen wie Festkörperbatterien, Plug & Charge und autonomes Fahren sollen Elektrofahrzeuge effizienter, komfortabler und umweltfreundlicher machen.
Werden Benziner und Diesel durch Elektrofahrzeuge ersetzt?
Ja, auf lange Sicht schon. Die EU hat bereits beschlossen, bis 2035 den Verkauf neuer Benzin- und Dieselfahrzeuge zu verbieten. Deutschland will bis 2030 15 Millionen vollelektrische Autos auf die Straße bringen. Es gibt zwar weiterhin Herausforderungen wie hohe Kosten und fehlende staatliche Subventionen, aber der Wandel ist bereits in vollem Gange.
Welche Batterietechnik wird zukünftige Elektroautos antreiben?
Festkörperbatterien gelten als der nächste große Entwicklungsschritt für die Elektromobilität. Sie versprechen eine größere Reichweite, schnellere Ladezeiten, mehr Sicherheit und weniger Gewicht im Vergleich mit den heutigen Lithium-Ionen-Batterien. Forscher*innen untersuchen auch Natrium-Ionen- und Lithium-Schwefel-Varianten für umweltfreundlichere und kostengünstigere Lösungen.
Warum sind Elektroautos umweltfreundlicher?
Sie erzeugen keine Abgase, reduzieren damit die Luftverschmutzung und verbessern die öffentliche Gesundheit. Über ihre gesamte Lebensdauer hinweg verursachen sie zudem weniger Treibhausgasemissionen als Benziner oder Diesel. Da das Stromnetz zunehmend auf erneuerbare Energien zurückgreift, werden Elektrofahrzeuge über die Jahre noch umweltfreundlicher werden.