Willkommen zur Septemberausgabe 2026 von Electro Beat, deinem kompakten Überblick über alle Neuigkeiten zum Thema Elektromobilität. Diesen Monat erreicht die EV-Technik neue Meilensteine – vom Audi e-tron, der mit nur einer Ladung rekordverdächtige 1.338 km geschafft hat, bis hin zu cleveren neuen Stadtautos für den urbanen Verkehr. Außerdem sehen wir uns große Fortschritte bei Flotten an: die Marke von 40.000 Elektrofahrzeuge der Deutschen Post, das Megawatt-Laden für schwere Nutzfahrzeuge und den Trend hin zu gebrauchten EVs.
Legen wir los …
EVs beweisen ihre Langstreckenqualitäten: Audi legt 1.338 km mit einer Ladung zurück
Der Rallye-Europameister Miko Marczyk hat vor Kurzem einen beeindruckenden Guinness-Weltrekord aufgestellt: Mit einem Audi A6 Sportback e-tron performance legte er satte 1.338 Kilometer mit einer einzigen Batterieladung zurück.
Zum Vergleich: Das entspricht ungefähr der Strecke von London nach Marseille – ohne ein einziges Mal zum Laden anzuhalten.
Wie sah die Fahrt aus?
Das Beeindruckende an diesem Rekord ist nicht nur die Distanz, sondern auch die Bedingungen. Versuche, maximale Reichweite herauszuholen, finden oft auf glatten Teststrecken mit kontrollierter Temperatur statt. Marczyk hingegen fuhr auf öffentlichen Straßen.
Seine Fahrt startete am 11. September. Die Strecke führte entlang der Weichsel von Krakau zur Halbinsel Hel an der Ostseeküste und anschließend wieder zurück. Während der 45-stündigen Fahrt musste er mit normalen Straßenbedingungen, dichtem Stadtverkehr und kühlen Temperaturen am frühen Morgen von bis zu 7 °C zurechtkommen.
Auch das Fahrzeug selbst war kein Leichtbau-Prototyp. Zum Einsatz kam ein serienmäßiges Elektrofahrzeug mit 367 PS und einer Batterie mit 94,9 kWh nutzbarer Kapazität. Dasselbe Modell ist bereits heute im Handel erhältlich.
Was machte diesen Rekord möglich?
Der Audi A6 Sportback e-tron performance hat offiziell eine WLTP-Reichweite (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure) von 777 km. Marczyk schaffte es, fast 72 % mehr als diesen Ausgangswert herauszuholen, und kam auf einen Durchschnittsverbrauch von nur 7,09 kWh pro 100 km.
Diese extreme Effizienz waren sowohl modernste Fahrzeugtechnik als auch ein bewusster Fahrstil ausschlaggebend:
Aerodynamik: Mit einem Luftwiderstandsbeiwert (${C}_{d}$) von nur 0,21 ist der A6 Sportback e-tron das bislang aerodynamischste Serienfahrzeug, das Audi je gebaut hat. Da der Luftwiderstand bei höheren Geschwindigkeiten rund 40 % des Energieverbrauchs ausmacht, leistet das Design hier einen großen Beitrag.
Maximale Energierückgewinnung: Beim Verzögern können moderne Elektroantriebe bis zu 95 % der Bremsleistung über Rekuperation abdecken. Durch sanftes und langsames Abbremsen konnte Energie kontinuierlich zurück in die Batterie gespeist werden.
Vorausschauendes Fahren: Der richtige Reifendruck senkte den Rollwiderstand, und vorausschauendes Fahren reduzierte unnötiges Beschleunigen und Energieverluste.
Eine Meisterklasse moderner EV-Technik
Im Alltag wird wohl kaum jemand zwei Tage lang mit extrem sparsamer Fahrweise unterwegs sein, um ans Ziel zu kommen. Trotzdem beweist dieser Rekord eindrucksvoll, was die Zukunft der EV-Technik bringen kann.
Er zeigt, wie schnell sich Batterietechnik, Thermomanagement und Aerodynamik weiterentwickeln. Mit jeder neuen Fahrzeuggeneration steigt die Energieeffizienz weiter und gibt einen spannenden Ausblick darauf, was die nächste Generation elektrischer Mobilität leisten kann.
Kleine EVs mit großer Wirkung
Nicht jedes EV muss riesig sein. Hier stellen wir zwei kleine Elektroautos aus, mit denen das Fahren in der Stadt richtig Spaß machen kann.
Zwei neue Elektro-Stadtautos sorgen mit kompakten Maßen und auffälligem Design für Fahrvergnügen und frischen Wind auf dem EV-Markt. Der neue Pixo von Nissan und der Super-N von Honda sind speziell für den Stadtverkehr gedacht. Sie bieten genug Reichweite für alltägliche Fahrten und überzeugen durch einen Innenraum, der den geringen Platzbedarf überraschend gut ausnutzt.
Und das vielleicht Wichtigste: Keines der beiden Modelle nimmt sich allzu ernst.
Der Nissan Pixo
Der neue Nissan Pixo kommt Anfang 2027 in Großbritannien auf den Markt. Der würfelförmige Supermini präsentiert sich in einem unverkennbar retro-futuristischen Look mit Pixel-Leuchten, auffälligen quadratischen Felgen und einer Frontpartie, die Nissan als „Robotergesicht“ bezeichnet.
Unter dem verspielten Design sorgt eine 27,5-kWh-Batterie für bis zu 259 km Reichweite. Dazu kommt DC-Schnellladen mit 50 kW. Damit lässt sich die Batterie in rund 28 Minuten von 15 auf 80 % laden.
Der Pixo mag zwar klein sein, aber Nissan hat auch an die praktische Funktionalität gedacht. Verschieb- und umklappbare Rücksitze schaffen bis zu 356 Liter Kofferraumvolumen. Der Wendekreis von 9,9 Metern soll das Manövrieren durch enge Straßen und Parklücken in der Stadt spielend leicht machen.
Nissan hat den Preis für Großbritannien noch nicht bestätigt. Der Pixo dürfte bei seiner Markteinführung aber zu den günstigeren neuen EVs gehören.
Kleine Batterie, brauchbare Reichweite: Die 27,5-kWh-Batterie des Pixo ist deutlich kleiner als die vieler neuer EVs. Die angegebene Reichweite von 259 Kilometern zeigt aber, dass ein leichtes, kompaktes Auto nicht zwingend eine riesige Batterie für alltägliche Fahrten braucht.
Der Honda Super-N
Der Pixo ist nicht das einzige kleine EV, das für Aufsehen sorgt. Der Honda Super-N ist bereits erhältlich und verfolgt ein ähnliches Konzept: kompakte Maße, Retrodesign und das Ziel, das Fahren in der Stadt zum Vergnügen zu machen.
Ab rund 19.000 € nutzt der Super-N eine 29,6-kWh-Batterie und bietet im Alltag rund 193 Kilometer Reichweite. Dank seiner kompakten Größe lässt er sich leicht manövrieren und parken. Auch im Innenraum hat Honda einige clevere Lösungen eingebaut.
Die hinteren „Magic Seats“ lassen sich flach umlegen oder senkrecht stellen. So bieten sie deutlich mehr Flexibilität, als man von einem so kleinen Auto erwarten würde. Für alle, die ihren Arbeitsweg etwas unterhaltsamer gestalten möchten, gibt es außerdem einen Sport- und einen Boost-Modus.
Warum kleine Elektrofahrzeuge?
Hinter diesen kleinen EVs steckt eine größere Idee. Autos werden seit Jahren größer und schwerer. Aber nicht jede Fahrt erfordert einen großen SUV und eine riesige Batterie.
Für Fahrer*innen, die hauptsächlich pendeln, in der Stadt unterwegs sind oder für längere Fahrten ein zweites Auto nutzen können, kann ein kleineres EV folgende Vorteile bieten:
Einfacheres Parken und Manövrieren
Eine kleinere Batterie zum Laden
Geringerer Energieverbrauch
Weniger Platzbedarf auf immer volleren Straßen
Ein potenziell niedrigerer Kaufpreis
Wie die 40.000 EVs der Deutschen Post die EV-Revolution mitgestalten
Am International Green Postal Day hat die Deutsche Post AG einen großen Meilenstein bekannt gegeben: In Deutschland sind mittlerweile 40.000 Elektrofahrzeuge für die Zustellung von Briefen und Paketen im Einsatz. Zusammen mit einem Depotnetz aus mehr als 44.000 Ladepunkten, das zu 95 % mit erneuerbarer Energie betrieben wird, unterhält die Deutsche Post damit offiziell die weltweit größte elektrische Zustellflotte in einem einzelnen Markt.
Das ist nicht nur ein Erfolg für Deutschland, sondern auch ein großer Schritt für den weltweiten emissionsfreien Verkehr.
Der International Green Postal Day wurde 2019 von den CEOs der Postunternehmen ins Leben gerufen, die am Sustainability Measurement and Management System (SMMS) der International Post Corporation (IPC) teilnehmen. Der Tag soll die Wirksamkeit gemeinsamer Anstrengungen der Branche zur Senkung von CO₂-Emissionen zeigen und hervorheben.
Große Flotten, noch größere Wirkung
Auch die Postunternehmen im IPC-Netzwerk haben über ihre Fortschritte bei der Senkung der CO₂-Emissionen berichtet. Das Gesamtbild ist sogar noch erfreulicher:
Emissionen wurden um 41 % gesenkt! Die teilnehmenden Postnetzwerke haben ihre jährlichen Gesamtemissionen gegenüber 2008 um 41 % reduziert.
Damit ist der weltweite Postsektor auf einem guten Weg, bis 2030 sein Ziel einer CO₂-Reduktion von 50 % zu erreichen.
Allein in Deutschland liefert die Deutsche Post bereits in mehr als jedem dritten Zustellbezirk vollständig CO₂-frei.
„Der Klimawandel ist eine physische Herausforderung, keine politische … Die erfolgreiche Elektrifizierung der Zustellung zeigt, was heute bereits möglich ist.“ – Tobias Meyer, CEO der DHL Group
Wie geht es weiter?
Emissionsfreie Transporter in Wohnvierteln einzusetzen, ist ein wichtiger Schritt. Doch die Elektrifizierung sollte nicht bei der lokalen Zustellung enden. Das nächste große Ziel ist der Fernverkehr!
Die Deutsche Post geht bereits einen Schritt weiter: 50 elektrische Lkw und 570 Fahrzeuge mit komprimiertem Biomethan (Bio-CNG) sind bereits auf stark befahrenen Straßen unterwegs. Im September stellte die IPC außerdem ein hilfreiches Tool vor: den Carbon Footprint Calculator. Er erfasst die Emissionen von Millionen einzelner Sendungen. So erhalten E-Commerce-Händler*innen und Käufer*innen einen besseren Einblick in die Emissionen ihrer Lieferketten. Für mehr als 95 Millionen Paketsendungen wurden bereits Daten erfasst.
Wie eine US-Universität ihren Parkplatz besser nutzt
Parkplätze sind normalerweise nicht besonders spannend. An der University of Washington in Seattle bekommt einer davon jedoch ein cleveres Upgrade: Eine Solaranlage als Überdachung erzeugt erneuerbare Energie, während die darunterliegenden Parkplätze weiter genutzt werden können.
Die Universität hat über einem Teil ihres Parkplatzes E18 eine 86,4-kW-Solarüberdachung installiert. Darunter befinden sich 20 Ladeplätze für EVs. Der erzeugte Solarstrom fließt derzeit in das Stromnetz der Universität. Die Ladepunkte bieten Studierenden, Mitarbeitenden und Besucher*innen eine Möglichkeit zum Laden.
Parken + Solar + EV-Laden
Das Clevere daran: Die Universität musste keinen wertvollen Parkplatz für die Solaranlage opfern. Die Solarmodule wurden über den bestehenden Stellplätzen installiert. So bieten sie den Autos etwas Schutz und machen gleichzeitig bisher ungenutzten Raum über den Parkplätzen zu einer Quelle erneuerbarer Energie.
Und das ist erst der Anfang.
Die aktuelle Solarüberdachung ist ein Pilotprojekt. Die University of Washington prüft jedoch eine Erweiterung auf den gesamten Parkplatz E18 und den benachbarten Parkplatz E01. Wenn alles umgesetzt wird, könnte die Kombianlage bis zu 8 MW Solarleistung erzeugen – genug für rund 5 % des gesamten Stromverbrauchs der Universität.
Parkplätze sinnvoller nutzen: Das Projekt macht deutlich, wie bestehende Infrastruktur mehrere Aufgaben übernehmen kann. Statt sich zwischen Parkplätzen, Solarstrom und EV-Laden entscheiden zu müssen, kann eine Solarüberdachung alle drei Optionen am selben Ort verbinden.
Die 20 Ladeplätze sind bereits in Betrieb. Wenn das größere Solarprojekt umgesetzt wird, könnte der vor allem für Autos und Football-Feiern bekannte Parkplatz künftig auch einen wichtigen Beitrag zur erneuerbaren Stromversorgung des Campus leisten.
BMW begeistert Grundschüler*innen für die EV-Technik der Zukunft
Der Autohersteller BMW hat in Großbritannien gerade Apprentice 2036 ins Leben gerufen. Die Bildungsinitiative soll Kinder ab fünf Jahren an die Welt der Elektrofahrzeugtechnik und grünen Technologie heranführen.
Im Mittelpunkt steht The Spark Lab, ein praxisnaher Technik-Workshop rund um Elektrofahrzeuge speziell für fünf- und sechsjährige Grundschüler*innen.
Was passiert in The Spark Lab?
The Spark Lab vermittelt Kindern einen praktischen Einblick in die Funktionsweise sauberer Mobilität. Durch gemeinsames Bauen, einfache elektrische Grundlagen und Teamaufgaben können sie ausprobieren, wie Energie von einem Speicher in Bewegung umgewandelt wird.
Das Ziel: Technik und Ingenieurwesen verständlicher zu machen und jungen Schüler*innen zu zeigen, dass MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) kreativ, zugänglich und spannend sein kann.
Warum ist das so wichtig?
Die Initiative basiert auf interessanten Forschungsergebnissen. Eine von BMW durchgeführte Befragung von 2.500 Eltern in Großbritannien ergab, dass 58 % bereits während der Grundschulzeit ihres Kindes (4 bis 11 Jahre) über dessen spätere berufliche Zukunft nachdenken. Das Alter von vier bis sechs Jahren wurde dabei am häufigsten als Zeitpunkt genannt, an dem diese Überlegungen beginnen.
Zum Vergleich: Bei früheren Generationen begannen Gespräche über die berufliche Zukunft laut der Befragung bei der Hälfte der Eltern erst im Alter von 15 bis 18 Jahren.
76 % der Eltern sind der Meinung, dass Grundschüler*innen mehr Möglichkeiten erhalten sollten, Arbeitsplätze zu besuchen und praktische Erfahrungen in Naturwissenschaften und Technik zu sammeln.
78 % der Eltern erwarten, dass künstliche Intelligenz und Technologie die verfügbaren Berufe bis zum Eintritt ihrer Kinder ins Berufsleben grundlegend verändern werden.
Für eine Branche, die sich so schnell wandelt wie der Bereich der umweltfreundlichen Mobilität, ist die Schließung der Fachkräftelücke ein langfristiges Ziel. Kinder, die heute in die Grundschule kommen, werden etwa 2036 ins Berufsleben starten – in einem Jahr, in dem emissionsfreier Verkehr weltweit zum Standard gehören soll.
Indem Initiativen wie diese schon früh Neugier wecken, machen sie Technik verständlicher, regen Mädchen und Jungen gleichermaßen dazu an, sich mit Ingenieurwesen zu beschäftigen, und tragen dazu bei, dass die nächste Generation elektrische Mobilität nicht als Neuheit, sondern als Normalität erlebt.
Renault Spanien investiert 600 Mio. € in die EV-Produktion
Renault hat eine Investition von 600 Mio. € in Spanien bis 2030 angekündigt. Öffentliche Mittel auf nationaler und regionaler Ebene werden dabei mit Renaults eigener Investition kombiniert. Das große Investitionspaket soll die industrielle Transformation vorantreiben, nicht nur bei den Fahrzeugen, sondern auch bei den Produktionsstrukturen.
Das Hauptziel ist nachhaltige Mobilität. Zwei der fünf neuen Modelle werden vollständig elektrisch sein – eine Premiere für Renault Spanien. Im Werk Palencia sollen die EV-Modelle auf einer speziell für Elektrofahrzeuge entwickelten Plattform produziert werden. Diese hat eine 800-Volt-Architektur, 750 km WLTP-Reichweite und Reichweitenverlängerer für bis zu 1.400 km. Das ermöglicht längere Fahrten zwischen den Ladevorgängen und kürzere Ladezeiten.
Renault begründet die strategische Entscheidung mit drei Hauptfaktoren:
Wettbewerbsfähigkeit im Markt
Langfristiges Engagement in Spanien
Schaffung von mehr als 6.000 Arbeitsplätzen in der spanischen Automobilindustrie
Die Geschichte von Renaults Elektro-Offensive in Spanien
Twizy-Ära 2011–2019Renault Spaniens erstes Elektrofahrzeug war überraschenderweise kein klassisches EV. Der Renault Twizy war ein zweisitziges elektrisches Leichtfahrzeug. Dabei wurde der typische Renault-Stil auf ein Mini-Fahrzeug übertragen. Auch wenn der Twizy kein großer Verkaufserfolg war, markierte er den Einstieg von Renault Spanien in die Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge.
Hybrid-Strategie 2019–2025Unter dem Namen „Renaulution“ sollte der Hersteller von einzelnen Modellen auf ganze EV-Modellfamilien umstellen. Einige wichtige Daten:
2019: Start der Batteriemontage
2021: Industrieplan zur Entwicklung von fünf neuen Hybridmodellen
2023: Das Werk in Valladolid produziert seine 100.000. Batterie.
Der vollständige EV-UmstiegDie Investition von 600 Mio. € ist Teil des strategischen „futuREady“-Plans. Dieser sieht insgesamt 36 neue Modelle vor, davon 22 für Europa und 16 vollständig elektrisch. Diese Struktur und Ausrichtung sollen den Ausbau lokaler Batteriekapazitäten vorantreiben.
Wenn du in Spanien laden möchtest, findest du hier alles, was du über Electroverse wissen musst:
Sind gebrauchte Elektrofahrzeuge das Transportmittel der Zukunft?
Gebrauchte EVs werden für Fahrer*innen und gewerbliche Betreiber immer mehr zur bevorzugten Wahl. Sie sind erschwinglich, zunehmend leichter verfügbar und bieten neben geringeren Betriebskosten auch null Auspuffemissionen.
Der Markt zeigt diesen Wandel: Laut Octopus Electric Vehicles (OEV) steigt die Nachfrage nach gebrauchten EVs jedes Jahr um 150 %. Außerdem berichten Car360 und EV Experts, dass die durchschnittliche Zeit für Kauf, Aufbereitung und Verkauf eines gebrauchten EV von 57 Tagen auf weniger als 30 Tage gesunken ist.
Was ändert sich?
Know-how im Autohaus: Händler wie die Greenhous Group bauen spezialisierte, technologieorientierte Teams auf, die klare und verlässliche Informationen zu Batteriezustand und Ladelösungen geben.
Eigene Erfahrung: Unternehmen wie Johnsons Fleet Services halten ihre Vertriebsteams dazu an, EVs als Dienstwagen zu fahren. So sammeln die Mitarbeitenden eigene Erfahrungen mit dem täglichen Laden und der realen Reichweite und können diese an Kund*innen weitergeben.
Informierte Käufer*innen: Kund*innen, die ins Autohaus kommen, haben sich oft bereits selbst über Batterien, Ladegeschwindigkeiten und Betriebskosten informiert.
Weniger Rückgaben: Bei spezialisierten Händlern sind die Rückgabequoten auf unter 2 % gefallen. Die meisten Rückgaben haben mit veränderten Anforderungen im Alltag zu tun, etwa dem Wunsch nach einem größeren Kofferraum, und nicht mit einer nachträglichen Unzufriedenheit mit dem Umstieg auf ein Elektroauto.
„Als wir angefangen haben, war es nicht leicht, Händler zu finden, die wirklich begeistert von EVs waren. Das hat sich grundlegend geändert. Die Besten versuchen nicht, Käufer*innen vom Elektroauto zu überzeugen, sondern helfen ihnen dabei, das richtige Auto zu finden und den Umstieg einfach zu machen.“ – Gurjeet Grewal, CEO von Octopus Electric Vehicles
Es geht nicht nur um Autos!
Auktionen für gebrauchte elektrische Nutzfahrzeuge und Transporter, die früher von wenigen spezialisierten Käufer*innen dominiert wurden, ziehen inzwischen eine viel größere Gruppe von Betreiber*innen und Flottenmanager*innen an. Auch die Fahrzeugwerte sind stabil: Über die vergangenen drei Jahre gab es bei der Bewertung dieser Fahrzeuge nur eine Anpassung von -0,7 %.
Gebrauchte Elektrofahrzeuge setzen sich durch! Moderne Batterietechnik und niedrigere Betriebskosten zu erschwinglichen Preisen machen emissionsfreies Fahren für eine viel größere Gruppe zugänglich.
Laden für Flotten jeder Größe
Welch Transport ist auf dem besten Weg, bis Januar 2027 einen Elektroanteil von 12 % zu erreichen. Gleichzeitig macht das Unternehmen große Fortschritte bei der Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge. Im Rahmen des eFreight-2030-Projekts war Welch der erste Betreiber, der eine elektrische Sattelzugmaschine auf die Straße brachte: einen 42-Tonnen Renault Trucks E-Tech T.
Was ist eFreight 2030? eFreight 2030 ist ein von der britischen Regierung gefördertes Programm zur Förderung der Elektromobilität für Flottenfahrzeuge aller Größen. Bisher wurden 26 schwere Nutzfahrzeuge auf Elektroantrieb umgestellt und laut den Website-Daten 1.380,74 Tonnen CO₂ eingespart. Ziel des Programms ist es, landesweit 88 elektrische schwere Nutzfahrzeuge und 25 Lade-Hubs im Megawattbereich einzuführen.
Gemeinsam mit der HyperCharger-Technologie von Voltempo hat Welch den ersten Megawatt-Lade-Hub im eigenen Depot in Betrieb genommen. Mit sechs Ladebuchten und zwei Ladeplätzen für komplette Sattelzüge ist die Anlage für Sattelzugkombinationen ausgelegt und kann am Standort bis zu 1 MW Ladeleistung bereitstellen.
„Wir haben früh entschieden, dass wir beim elektrischen Güterverkehr ganz vorne dabei sein wollen. Gleichzeitig musste sich das wirtschaftlich immer rechnen. Wir haben in die Lkw investiert, gelernt, wie sie im echten Alltag eingesetzt werden, und verfügen jetzt in Cambridge und Bedford über die Hochleistungsinfrastruktur für den nächsten Schritt.“
„Eine hohe Auslastung in Verbindung mit günstigem Strom hilft, die Ladekosten zu senken und die wirtschaftlichen Argumente für elektrische schwere Nutzfahrzeuge zu stärken. Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie sich die Investitionen von eFreight 2030 weit über das Konsortium hinaus auswirken.“
Die Arbeiten in Cambridge zur Ladeinfrastruktur für größere Fahrzeuge und Flotten schaffen damit die Grundlage für den weiteren Ausbau in Großbritannien. Bei Flotten müssen jedoch immer mehrere Faktoren berücksichtigt werden, wenn es um das Laden geht. Hier sind einige Punkte, die Welch bei der Umsetzung berücksichtigt:
Flexible Depot-Software, die reale Schichtpläne und die tatsächlichen Fahrzeugdaten mit den Kapazitäten des Standorts abgleicht, um ein reibungsloses und realistisches Laden sicherzustellen.
Abstimmung mit den Einsatzplänen der eigenen Flotte, einschließlich der 42-Tonnen-Lkw, damit diese vor Ort geladen werden können.
Und das Angebot endet nicht bei der eigenen Flotte: Der Standort verfügt über zusätzliche Kapazitäten, um auch gewerblichen Drittflotten das Laden zu ermöglichen.
Diese Technologie ist nicht nur ein wichtiger Schritt für die Elektrifizierung der Flotte von Welch Transport. Sie schafft auch eine Grundlage für den Ausbau an weiteren Standorten in Großbritannien und kann der gesamten Flottenbranche zugutekommen.