Willkommen zurück bei Electro Beat, deinem monatlichen Zwischenstopp für alle Neuigkeiten und Entwicklungen aus der Welt der Elektromobilität. Der Oktober 2026 zeigt: Bei der Umstellung auf Elektromobilität geht es längst nicht mehr nur darum, größere Batterien zu bauen. Vielmehr stehen intelligente Systeme im Mittelpunkt.
Legen wir los …
E-Autos induktiv laden … während der Fahrt?
Von kabellosem Laden für Elektrofahrzeuge (EV) hast du wahrscheinlich schon gehört. Autohersteller wie Porsche entwickeln bereits induktive Ladeplatten, mit denen du dein E-Auto aufladen kannst, ohne ein Ladekabel anschließen zu müssen. Aber hast du schon einmal davon gehört, dass ein Elektroauto während der Fahrt induktiv geladen wird? Das ist wirklich etwas Neues!
Das induktive Laden von Elektroautos während der Fahrt ist eine spannende neue Technologie, an deren Umsetzung bereits mehrere Unternehmen in Europa arbeiten. Nachdem Frankreich 2025 die erste Straße mit induktiver Ladetechnologie für Elektroautos vorgestellt hat, schließen sich immer mehr Unternehmen dieser Innovation an.
Der neueste Akteur? Honda! Gemeinsam mit den Bau- und Straßenbauunternehmen Taisei und Taisei Rotec plant Honda den Einsatz einer Technologie namens „Dynamic Wireless Power Transfer“ (DWPT), also dynamische induktive Energieübertragung – ein ziemlich einprägsamer Name! Im Grunde geht es darum, eine riesige induktive Ladefläche unter einer Autobahn zu installieren.
Wie funktioniert das?
Keine Kabel, keine Stecker – nur Autos, die ganz normal über die Straße fahren:
Das Stromnetz: Gleichstromsysteme befinden sich am Straßenrand.
Die Straße: Unter dem Asphalt verborgene Sendespulen erzeugen ein Magnetfeld.
Das Auto: Eine Empfängerspule an der Unterseite deines E-Autos nimmt die magnetische Energie auf und wandelt sie während der Fahrt direkt in Strom für die Batterie um!
Wenn alles nach Plan läuft, soll die Ladeleistung bis zu 150 kW betragen! Außerdem soll die Technologie Fahrzeuge mit einem Gewicht von bis zu 20 Tonnen unterstützen. Damit könnten sowohl ein Fiat 500 als auch ein schwerer Lkw während der Fahrt mit Strom versorgt werden.
Um die Forschung voranzutreiben, plant Honda, Ende 2026 eine Teststrecke auf dem Future Technology Field von Taisei in Satte, Japan, zu bauen. Spätestens im April 2027 soll die Technologie dann auf einer regulären Straße getestet werden!
Was muss dabei getestet werden?
Langfristige Haltbarkeit der Fahrbahn: Hält die Straße auch dann stand, wenn Tausende von Fahrzeugen darüberfahren?
Elektromagnetische Streufelder: Wie lassen sich mögliche Probleme durch die Übertragung von 150 kW Leistung mittels wechselnder Magnetfelder vermeiden?
Belastbarkeit der Fahrbahn: Kann die Straße schweren Fahrzeugen standhalten und gleichzeitig unterschiedliche Elektrofahrzeuge mit Strom versorgen?
Batteriegesundheit von Elektrofahrzeugen: Ist diese Art des Ladens für alle EV-Batterien sicher?
Diese spannende neue Technologie eröffnet völlig neue Möglichkeiten. Ein großer Vorteil wäre, dass die Reichweitenangst noch weiter abnehmen könnte. Allerdings dürfte die Umsetzung langsam und kostspielig sein, da dafür ganze Straßenabschnitte umgebaut werden müssten. Eine Technologie, die wir auf jeden Fall im Auge behalten sollten!
50-Millionen-Euro-Initiative: Portugal baut sein Ladenetz aus
Die Barraqueiro-Gruppe ist Portugals größter privater Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel und hat offiziell mehr als 50 Millionen Euro in Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur investiert!
Während Europa die Dekarbonisierung vorantreibt, wächst auch in Portugal das Bewusstsein dafür, wie wichtig eine zuverlässige Ladeinfrastruktur für den Betrieb elektrischer Fahrzeugflotten ist. Deshalb investiert Barraqueiro in den großflächigen Ausbau eines Ladenetzes in ganz Portugal, das insbesondere gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge unterstützen soll! Im Rahmen dieses umfangreichen Projekts entstehen landesweit rund 88 Ladestationen.
Neben dem Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur hat Barraqueiro die Investition auch genutzt, um seine eigene Elektroflotte zu vergrößern! 283 Elektrofahrzeuge wurden neu in die Flotte aufgenommen. Damit sind inzwischen 7 % des riesigen Fuhrparks elektrisch unterwegs. Und dabei soll es nicht bleiben! Das Unternehmen strebt an, mindestens 10 % seiner Flotte zu elektrifizieren.
Warum ist das eine gute Nachricht?
Obwohl die neuen Ladestationen in erster Linie für gewerblich genutzte Fahrzeuge gebaut werden, sollen sie auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Dadurch wird die Ladeinfrastruktur insgesamt weiter gestärkt. Weniger Reichweitenangst könnte wiederum immer mehr Menschen dazu ermutigen, auf ein Elektroauto umzusteigen!
Barraqueiro gibt außerdem an, dass die Elektrifizierung von 7 % seiner Flotte dazu beitragen soll, jährlich rund 8.119 Tonnen CO₂-Emissionen zu vermeiden!
Die elektrische Zukunft auf der Pariser Automesse: kleiner, schneller und mit einer Extraportion Fahrspaß
Wer einen Eindruck davon bekommen wollte, wohin sich der europäische EV-Markt entwickelt, war in Paris genau richtig.
Die Pariser Automesse 2026 zog 518.372 Besucher*innen an. Mehr als 60 Autohersteller und über 100 Aussteller präsentierten ihre Neuheiten. Natürlich gab es auch zahlreiche neue Benzin- und Hybridmodelle zu sehen. Doch besonders die Elektroautos zogen die Aufmerksamkeit auf sich – von erschwinglichen Stadtautos bis hin zu einem siebensitzigen Elektrofahrzeug, dessen Batterie sich in nur neun Minuten nahezu vollständig aufladen lässt.
Dabei zeichnete sich ein klarer Trend ab: Elektroautos werden kleiner, erschwinglicher und lassen sich immer schneller laden. Gleichzeitig setzen die Hersteller zunehmend auf eine Produktion in Europa, speziell für den europäischen Markt.
Kleine E-Autos ganz groß
Einer der größten Trends war die Vielzahl kompakter Elektroautos, die in den kommenden Jahren auf den Markt kommen sollen.
Der Volkswagen-Konzern präsentierte erstmals vier neue elektrische Stadtfahrzeuge gemeinsam: den CUPRA Raval, den Volkswagen ID. Polo, den Škoda Epiq und den Volkswagen ID. Cross. Alle vier Modelle basieren auf derselben Plattform und teilen sich mehr als 80 % ihrer Bauteile. Trotzdem erhält jedes Fahrzeug sein eigenes Design und einen individuellen Charakter. Noch bevor die Auslieferungen begonnen hatten, waren bereits fast 150.000 Bestellungen eingegangen.
Auch Leapmotor stellte mit dem neuen B03 einen kompakten Elektro-Kleinwagen vor. Er bietet eine WLTP-Reichweite von bis zu 389 Kilometern und lässt sich in rund 21 Minuten von 10 auf 80 % aufladen.
Und dann gab es noch eine Enthüllung, die besonders nostalgische Gefühle weckte …
Sag wieder Bonjour zur Ente!
Citroën holte eines der bekanntesten Autos Frankreichs aus den Geschichtsbüchern zurück – diesmal allerdings als Elektroauto.
Das 2 CV Concept ist eine moderne Neuinterpretation des legendären 2CV, auch bekannt als „Ente“. Mit seiner kompakten Karosserie von 3,76 Metern Länge, einem Stoffdach und zahlreichen verspielten Anspielungen auf das Original verbindet es Nostalgie mit moderner Elektromobilität. Sogar die Ablagefächer in den Türen sind so gestaltet, dass darin Eier transportiert werden können – ganz im Sinne der praktischen und durchdachten Konstruktion des Originals.
Noch handelt es sich um ein Konzeptfahrzeug. Citroën plant jedoch, 2028 ein Serienmodell auf den Markt zu bringen. Der angestrebte Einstiegspreis liegt bei rund 15.000 Euro, produziert werden soll das Fahrzeug in Europa.
Die Idee dahinter ist angenehm unkompliziert: Statt ein kleines Elektroauto mit einer riesigen Batterie und jeder Menge unnötiger Ausstattung vollzupacken, soll es leicht, bezahlbar und perfekt für alltägliche Fahrten geeignet sein.
Ja, das sind tatsächlich Eierhalter! Eines der Ablagefächer in den Türen des 2CV Concept wurde speziell für den Transport von Eiern entwickelt. Eine Anspielung auf die ursprüngliche Vorgabe für den 2CV: Das Auto sollte einen Korb voller Eier über ein Feld transportieren können, ohne dass eines davon zerbricht. Citroën führt diesen humorvollen Gedanken nun auch im Elektrozeitalter fort.
Laden wird jetzt richtig schnell
Am anderen Ende des Spektrums zeigte BYD, wie weit sich die Ladetechnologie bereits entwickelt hat.
Der neue Siebensitzer ATTO 8 nutzt das FLASH-Charging-System des Unternehmens und kann damit in rund neun Minuten von 10 auf 97 % geladen werden. Allerdings ist dafür eine kompatible FLASH-Ladestation erforderlich. Bis Ende 2027 plant BYD, europaweit 3.000 dieser Ladepunkte bereitzustellen.
Auch mehrere andere Fahrzeuge auf der Messe können inzwischen in rund 20 Minuten von 10 auf 80 % geladen werden.
Das ist eine wichtige Entwicklung, denn schnelles Laden ist längst nicht mehr nur ein futuristisches Versprechen, sondern wird zunehmend zu einer spürbaren Verbesserung im Alltag mit dem Elektrofahrzeug.
In Europa gebaut, für Europa gemacht
Ein weiteres zentrales Thema war der Produktionsstandort der Fahrzeuge.
Die neuen elektrischen Stadtfahrzeuge von Volkswagen werden in Spanien produziert. Auch Leapmotor hat dort bereits mit der Produktion seines B10 begonnen. Hyundai gibt an, dass mittlerweile fast 80 % der Fahrzeuge, die das Unternehmen in Europa verkauft, auch in Europa hergestellt werden.
Das ist besonders bemerkenswert, da immer mehr chinesische Autohersteller auf den europäischen Markt drängen. Statt Fahrzeuge ausschließlich zu importieren, setzen zunehmend mehr Marken darauf, näher an ihren europäischen Kund*innen zu produzieren.
Es geht nicht nur um Autos
Auch abseits der klassischen Familienautos gab es einiges zu entdecken.
Hyundai stellte mit dem STARIA Cargo seinen ersten vollelektrischen Transporter vor. Er bietet eine WLTP-Reichweite von rund 451 Kilometern, eine Nutzlast von 1.040 kg und eine Anhängelast von 2.000 kg. Dank seines 800-Volt-Systems lässt sich die Batterie in rund 20 Minuten von 10 auf 80 % laden.
Peugeot präsentierte außerdem den RCZ Vision, ein elektrisches Coupé-Konzept mit einer angegebenen Reichweite von 599 Kilometern. Dank Festkörperbatterietechnologie soll eine Ladung von 10 auf 80 % in rund zehn Minuten möglich sein.
Was nehmen wir also aus Paris mit?
Bei der nächsten Generation von Elektroautos geht es nicht nur um größere Batterien und höhere Reichweiten. Vielmehr sollen Elektroautos erschwinglicher, einfacher zu laden, alltagstauglicher und besser auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Fahrer*innen zugeschnitten werden.
Und zum Glück sieht es so aus, als hätten die Hersteller dabei nicht vergessen, dass Autofahren auch Spaß machen darf.
Großbritannien erleichtert das Laden von EVs mit Kabelkanälen im Gehweg
Ganze 94 % der Elektrofahrzeug-Besitzer*innen berichten von niedrigeren Betriebskosten. Eine aktuelle Lockerung der Genehmigungsvorschriften in Großbritannien könnte diese Vorteile nun noch mehr Menschen zugänglich machen. Durch die vereinfachte Installation von Ladekabelkanälen über Gehwege hinweg könnten Millionen Haushalte in Reihenhäusern oder ohne privaten Stellplatz jährlich bis zu 1.750 € an Kraftstoffkosten sparen.
Bisher gab es für viele Autofahrer*innen jedoch eine große Hürde, um von diesen Einsparungen zu profitieren: Für eine private Ladestation war in der Regel eine eigene Einfahrt oder ein Stellplatz abseits der Straße erforderlich.
Mit einer umfassenden Deregulierungsmaßnahme möchte die britische Regierung nun diese sogenannte „Driveway Divide“, also die Benachteiligung von Haushalten ohne eigene Einfahrt, überwinden. Dank der neu eingeführten Regelungen für genehmigungsfreie Bauvorhaben benötigen Autofahrer*innen in England künftig keine gesonderte Baugenehmigung mehr, um Ladekabelkanäle durch den Gehweg installieren zu lassen.
Diese im Gehweg eingelassenen Kabelkanäle ermöglichen es, ein Ladekabel von einem Wohnhaus unter dem Gehweg hindurch zu einem am Straßenrand geparkten Auto zu führen. Die Kanäle schließen bündig mit der Gehwegoberfläche ab. So können auch Fahrer*innen ohne private Einfahrt endlich von günstigen Haushaltsstromtarifen außerhalb der Spitzenzeiten profitieren.
Welche Vorteile bringt das für Autofahrer*innen?
Da fallen uns gleich mehrere ein. Durch den Wegfall der Baugenehmigung entfallen Verwaltungsgebühren von 300 bis 500 €. Gleichzeitig verkürzen sich die Wartezeiten, da Genehmigungsverfahren bisher oft mehrere Monate dauerten.
Noch wichtiger ist jedoch, dass Autofahrer*innen dadurch mehr Möglichkeiten erhalten, ihr Elektroauto kostengünstig aufzuladen. Laut dem britischen Verkehrsministerium (Department for Transport, DfT) können Fahrer*innen durch den direkten Anschluss eines am Straßenrand geparkten Elektroautos an die häusliche Stromversorgung günstige Nachtstromtarife nutzen. Im Vergleich zu Verbrennern lassen sich dadurch potenziell bis zu 1.750 € an jährlichen Betriebskosten einsparen.
„Indem wir unnötige Bürokratie abbauen, sparen Autofahrer*innen bei der Installation einer privaten Lademöglichkeit bis zu 300 €“, erklärte Simon Lightwood, britischer Minister für Busverkehr und lokalen Verkehr. „Der Umstieg auf Elektromobilität ist in vollem Gange: Die Verkaufszahlen sind im Vergleich zum Vorjahr um 36 % gestiegen. Allein im vergangenen Jahr haben mehr als 190.000 Menschen durch den Umstieg Tausende Euro gespart.“
Die Neuregelung greift ein Problem auf, auf das die Electric Vehicle Association England (EVA England) bereits aufmerksam gemacht hatte. In einer aktuellen Umfrage gaben 88 % der befragten EV-Fahrer*innen an, ihr Fahrzeug auf einer privaten Einfahrt zu laden und dabei von den regulären Haushaltsstromtarifen zu profitieren. Die Daten von EVA England zeigen außerdem, dass 60 % der befragten Fahrer*innen von Benzin- und Dieselfahrzeugen ohne privaten Stellplatz den Kauf eines Elektroautos aufgrund der unsicheren Lademöglichkeiten bisher vollständig ausgeschlossen hatten.
„Elektroautos funktionieren. Die Menschen, die sie fahren, sparen Geld, lieben ihre Fahrzeuge und die meisten können sich nicht vorstellen, wieder zu einem Verbrenner zurückzukehren“, erklärte Dr. Vicky Edmonds, Geschäftsführerin von EVA England. „Dass für die Installation von Ladekabelkanälen über Gehwege hinweg künftig keine Baugenehmigung mehr erforderlich ist, ist ein sehr erfreulicher und wichtiger Schritt hin zu einem gerechteren Übergang zur Elektromobilität. Diese Änderung könnte darüber entscheiden, ob sich jemand ein Elektroauto leisten kann oder den Kauf von vornherein ausschließt.“
Ein Gewinn für Mieter*innen und Wohnungseigentümer*innen
Die Reform zum Laden mit Kabelkanälen im Gehweg ist Teil einer umfassenderen Gesetzesinitiative der britischen Regierung. Parallel zu den Änderungen bei den Genehmigungsverfahren hat die Regierung zwei Konsultationen gestartet, die Mitte Dezember enden. Sie sollen verhindern, dass Vermieter*innen und Grundstückseigentümer*innen die Installation von Ladestationen blockieren.
Nach den geplanten Regelungen sollen Hausverwaltungen und Grundstückseigentümer*innen verbindliche Vorgaben erfüllen müssen. Dadurch soll es schwieriger werden, berechtigte Anfragen von Mieter*innen zur Installation von Ladestationen abzulehnen. Darüber hinaus wird geprüft, die nationalen Bauvorschriften anzupassen. Künftig soll Ladeinfrastruktur in allen neu gebauten und sanierten überdachten Parkhäusern und Parkplätzen vorgeschrieben sein.
Im Einklang mit den Ankündigungen zum britischen Haushalt
Die jüngsten Gesetzesänderungen und die aktuellen Haushaltsbeschlüsse der britischen Regierung stärken das Vertrauen der Fahrer*innen in den Umstieg auf Elektromobilität. Hier sind einige weitere Ankündigungen, die sich auf EV-Fahrer*innen auswirken:
Geldwerter Vorteil (Benefit-in-Kind, BiK): Die niedrigeren Steuersätze für vollelektrische Firmenwagen bleiben bestehen. Bis 2029 sind planbare, schrittweise Erhöhungen vorgesehen.
Steuervergünstigung für teure Autos: Durch die Anpassung des Schwellenwerts auf 50.000 € kann dein Team zuverlässige E-Autos mit ausreichend Platz für die ganze Familie fahren, ohne den Aufschlag für besonders teure Fahrzeuge zahlen zu müssen.
Gezielte Förderungen: Bei den direkten Kaufprämien gibt es keine Änderungen. Für förderfähige Elektroautos können sie den Kaufpreis um 3.750 £ senken. Außerdem gibt es Zuschüsse, die einen Teil der Kosten für die Installation einer eigenen Ladestation zu Hause abdecken.
Fördermittel für öffentliche Ladestationen vor Ort: Mit einem neuen Fördertopf von 100 Mio. £ will die Regierung die Preise an öffentlichen Ladestationen in Wohnvierteln senken. Damit soll sich der Preisunterschied für Fahrer*innen ohne eigenen Stellplatz weiter verringern.
Kein eigener Stellplatz? Kein Problem.
Jeder dritte Haushalt in Großbritannien parkt sein Auto am Straßenrand. Wenn das Laden am Straßenrand günstiger, leichter zugänglich und alltagstauglicher wird, fällt endlich eines der größten Hindernisse für den Umstieg auf ein E-Auto weg. Zusammen mit der zunehmend positiven Einstellung aktueller E-Auto-Fahrer*innen, die auch unsere jüngste Umfrage „Octopus Electroverse x Autotrader Driver Survey“ zeigt, dürfte der Umstieg auf Elektromobilität weiter an Fahrt gewinnen. Du möchtest mehr darüber erfahren, wie das Fahren eines Elektroautos für ein überzeugendes Fahrerlebnis und hohe Leistung sorgt? Die Ergebnisse der Umfrage findest du hier.
Londoner Taxis sollen bis 2030 vollständig elektrisch fahren
Für Taxis in London steht eine Frist fest – und sie rückt schneller näher, als du vielleicht denkst. Transport for London (TfL) hat neue Pläne vorgestellt: Bis 2030 soll die gesamte Flotte der sogenannten Minicabs – also vorab buchbarer Taxis – elektrisch fahren. Ein typisches Minicab legt pro Jahr rund 30.500 Kilometer zurück. Würden die dadurch entstehenden Emissionen auf null sinken, wäre das ein großer Erfolg für die Klimaziele von TfL.
Diese Termine solltest du dir vormerken:
3. Juli 2028: Alle neu zugelassenen Fahrzeuge privater Fahrdienste müssen zu 100 % elektrisch sein. Hybridfahrzeuge können dann nicht mehr neu zugelassen werden.
1. Juli 2030: Für rollstuhlgerechte Fahrzeuge gilt eine etwas längere Übergangsfrist. So erhalten die Hersteller mehr Zeit, die erforderliche barrierefreie Technik zu entwickeln.
Was bedeutet das konkret für die Luftqualität in London? TfL rechnet mit einer Verringerung der Stickoxidemissionen um 9 % und der CO₂-Emissionen um 35 %. Über einen Zeitraum von 18 Jahren könnten die Emissionen den Prognosen zufolge sogar um beeindruckende 97 % sinken.
Was bedeuten die klaren Fristen für Londons Taxi-Flotten?
Klare gesetzliche Vorgaben und die Bestätigung durch Transport for London schaffen mehr Planungssicherheit und Vertrauen in den Umstieg auf Elektrofahrzeuge. Fahrer*innen können so eine fundierte Entscheidung für den Wechsel treffen, während Unternehmen verlässlicher in die Umstellung investieren können.
Zu den weiteren geplanten Änderungen gehört eine Zehn-Jahres-Regel: Kein Minicab soll künftig länger als zehn Jahre zugelassen bleiben dürfen. Damit soll verhindert werden, dass veraltete Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor weiterhin auf Londons Straßen unterwegs sind. Auch die Regelung zur erneuten Zulassung wird verschärft: Ältere Fahrzeuge können künftig nicht mehr so lange nach Ablauf ihrer Zulassung erneut angemeldet werden. Die zulässige Frist soll von 24 auf 12 Monate verkürzt werden.
Sollten die Prognosen eintreffen, wäre das ein bedeutender Schritt hin zu sauberer Luft in London und darüber hinaus.
Bolt will bis 2035 100.000 Robotaxis auf die Straße bringen
Bolt treibt seine Pläne für autonom fahrende Taxis mit großen Schritten voran. Als bereits europaweit etablierter Fahrdienstanbieter will Bolt mit dem Einstieg in die Technologie für autonomes Fahren seine Position auf dem europäischen Markt stärken. Das ehrgeizige Ziel: Bis 2035 sollen 100.000 Robotaxis über die Bolt-Plattform unterwegs sein.
Dabei geht Bolt nicht allein vor. Bereits im September kündigte der Fahrdienst eine Partnerschaft mit dem US-amerikanischen Automobilhersteller Lucid Motors an. Gemeinsam wollen die Unternehmen mindestens 25.000 autonome Fahrzeuge in Europa einsetzen. Die luxuriösen Fahrzeuge sollen mit dem Fahrdienstangebot von Bolt kombiniert werden.
Für die Technologie hinter den Robotaxis setzt Bolt außerdem auf Nvidia, einen weltweit führenden Anbieter von KI-Infrastruktur. Durch die Zusammenarbeit mit Bolt soll die in den USA entwickelte Technologie nun auch auf dem europäischen Markt zum Einsatz kommen. Zunächst liegt der Fokus auf Madrid. Bis Ende nächsten Jahres soll das Angebot auf Frankreich und Deutschland ausgeweitet werden. Bolt ist damit auf dem Weg, sein ehrgeiziges Ziel zu erreichen. Der erste Schritt ist Madrid – das langfristige Ziel sind 100.000 Robotaxis auf Europas Straßen.
Bei diesen Partnerschaften setzt Bolt keineswegs ausschließlich auf US-amerikanische Unternehmen. Eine ähnliche Vereinbarung mit Stellantis sieht vor, die neuen Fahrzeuge im Rahmen eines Pilotprojekts in Paris zu testen. Das Projekt trägt den Namen Greater Paris Autonomous Driving Living Lab. Die Partner übernehmen dabei unterschiedliche Aufgaben:
Stellantis stellt Fahrzeuge bereit, die für autonomes Fahren nach Level 4 ausgelegt sind.
Bolt kümmert sich um die Integration des Fahrdienstes und die Einsatzplanung.
Métropole du Grand Paris koordiniert die Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden und die Einbindung in die Verkehrsinfrastruktur.
So kommentiert Bolt die Fortschritte beim autonomen Fahren:
„Europa muss in der Lage sein, autonome Mobilität nach eigenen Vorstellungen zu entwickeln und einzusetzen.“ – Markus Villig, CEO von Bolt
„Autonome Mobilität ist kein fertiges Produkt, das man einfach nach Europa bringt, sobald die Technologie ausgereift ist.“ – Jevgeni Kabanov, Präsident von Bolt
Bei den Pilotprojekten stehen die Sicherheit der Fahrer*innen, die Zuverlässigkeit der Technik und das Erlebnis der Fahrgäste im Mittelpunkt. Ebenso wichtig ist die sinnvolle Integration in den bestehenden Verkehr. Die neue Robotaxi-Technologie ist spannend. Entscheidend ist jedoch, dass sie im Alltag zuverlässig funktioniert und den Kund*innen ein reibungsloses Erlebnis bietet – ohne Abstriche bei der Sicherheit der Menschen vor Ort.